Vom Denken und nicht Schreiben
9. November 2009
Es ist ein wenig verhext: Häufiger habe ich mitten am Tag eine Idee für einen neuen Blogeintrag. Meistens fällt mir irgendetwas komisches auf oder mir kommt ein älterer Gedanke in den Sinn, den ich schon immer einmal mit der Welt teilen wollte. Dann sitze ich in den kurzen Pausen der geistigen Ruhe auf meinem Stuhl und male mir vor meinem geistigen Auge ganz genau aus, wie ich den Blogeintrag am Abend in den Computer hacken will. Dabei bin ich in Gedanken ziemlich weit weg. Danach geht der Tag weiter und für den Blog habe ich keine Synapsen mehr frei. Abends will ich die tolle, kleine Geschichte wieder hervorkramen um sie Euch zu erzählen. Aber dann: Verdammt, ich kann mich nicht erinnern.
Klar hätte ich mein rotes Notizbuch dabei gehabt, hätte ich die Gedanken aufgeschrieben, könnte ich hier wesentlich öfter etwas schreiben. Aber darum geht es mir nicht. Ich finde es krank, dass man den Kopf so belasten kann, dass einem Gedanken, die einem soeben noch wichtig vorkamen, einen halben Tag später schon abhanden gekommen sind. Jetzt stelle ich mir die Frage: Ist mein Hirn einfach zu weich, sind mir diese Gedanken zu unwichtig oder werde wir einfach mit zu vielen Eindrücken beballert.
Fortschrittsskeptiker würden jetzt sofort aufschreien und auf das Letzte zeigen und dabei ein weiteres Mal ausdrücklich sagen, dass der Kapitalismus eigentlich an allem Schuld ist. Aber das ist mir zu einfach. Ich muss mich beobachten! Wenn ich eine Antwort auf die Frage habe, werde ich mich melden.